Musically App Download und Login die App die gerade alle Teenager verrückt macht!

Wird musically App zum nächsten Snapchat? Ich denke Ja!

Die Musically App ist für den Marketing Guru Gary Vaynerchuk das nächste „große Ding“ nach dem Snapchat bekannt wurde, für alle Teenager die App, die sie am coolsten finden und die Erwachsene überhaupt nicht kennen: musical.ly hat weltweit bereits über eine Milliarde von Teenies als Nutzer gewonnen und ist auch in Deutschland immer populärer.

Musically App Login
Musically App Login

Von außen ist es witzig mit anzusehen, wie die 16-jährige Ariel Martin aus Florida USA, im Netz als „Baby Ariel“ bekannt, mit ihrem Smartphone und der Musically-App musical.ly ein „musical“ aufnimmt. Als „musical“ bezeichnen „muser“, wie sich die jungen Nutzer von musical.ly nennen, bis zu 15 Sekunden lange Videos, in denen sie playback zu Popsongs performen oder lustige Sprüche nachsprechen.

In einem auf Youtube verfügbaren „Tutorials“ zu musical.ly kann man sehen, wie „Baby Ariel“ bei der Produktion eines solchen Kurzfilmchens zu einem aus dem Lautsprecher ihres Smartphones plärrenden Song von Rihanna merkwürdig anmutende Handbewegungen macht, ihr Handy synchron zu ihren Gesten bewegt und gleichzeitig Grimassen schneidet. Sieht man dann das fertige „musical“, haben die Faxen jedoch einen Sinn: Die Gesten passen zum Text des ausgewählten Songs; und der Bildausschnitt bewegt sich dann Synchron zu dem Rythmus des Liedes.

Mit diesen Videos hat „Baby Ariel“ in musical.ly integrierten Social-Media-Funktionen schon Millionen von Fans gewonnen, und das obwohl musical.ly erst seit März 2015 in der iOS-Version und seit Juli 2015 in der Android-Version verfügbar ist. Die Entwickler dieser Musically-App kommen aus China, und bauen ihr Geschäft aber mittlerweile von einer Zweigstelle in San Francisco aus. Ariel entdeckte musical.ly im Sommer 2015 über ein mit der App erstelltes Video auf Instagram.

Zur Zeit folgen Ariel bei musical.ly 10 Millionen Fans; ihre „musicals“ haben 1 Milliarde „Herzen“ angesammelt. Der Erfolg dieser Musically-App strahlt auch auf viele andere Plattformen ab: Ihr Youtube-Kanal verzeichnet 50 Millionen Views und 1.000.000 Abonnenten, bei Instagram hat sie 6,7 Millionen Follower und bei Facebook 120.500 Fans.

Nicht verwunderlich, dass das Interesse von Marketern weckt: Die 16-Jährige ist mittlerweile bei der US-Agentur Collab unter Vertrag und verkauft eine eigene Lippenstift-Kollektion (in einem eigens auf ihrer Website eingerichteten Shop ist die gesamte Kollektion aus fünf Stiften für 65 US-Dollar erhältlich).

Musical.ly: die Musically App mit Star-Potenzial

Musically Musik
Musically Musik

Musical.ly ist eine Videoplattform zum Erstellen, Teilen und Entdecken von kurzen Musikvideos. In den USA ist die App schon seit einiger Zeit richtig angesagt, jetzt erobert sie auch Deutschland. Musical.ly Das neue soziale Netzwerk Musically bzw. Musical.ly erobert gerade deutsche Pausenhöfe. Mit der App können kurze Videoclips selbst erstellt werden, die mit Lieblingssongs unterlegt werden. Doch die App bietet neben der Erstellung eigener Musikvideos auch eine Menge Interaktionsmöglichkeiten.

Nutzerzahl im dreistelligen Millionen-Bereich mit der Musically App

Auch, wenn Geschäftemacher musical.ly schon für sich entdeckt haben, ist die Musically-App bei Teenies derzeit noch ganz weit davon entfernt, wieder uncool zu sein – im Gegenteil: Bei der Befragung des Business Insider bezeichneten zehn von 60 Nutzern Musical.ly als spannendste App, die Erwachsene nicht kennen. Die App ist am nächsten dran, das nächste große Ding zu werden. „Der nächste Superstar wird derjenige sein, der daherkommt und dafür sorgt, dass sich Snapchat alt anfühlt.

Das Berliner Mobile-Analytics-Tool Priori Data schätzt, dass musical.ly über den iOS App Store und den Google Play Store bislang knapp 200 Millionen Mal heruntergeladen wurde – 40 Millionen Mal über Apples und 60 Millionen Mal über den Googles App Store. Nicht miteingerechnet sind Downloads über Amazons Android App Store – dort rangiert musical.ly auf Platz 10 unter den „Best Sellern der Free Apps“.

Nicht automatisch ableiten lässt aus diesen Informationen die Zahl der wirklich regelmäßig aktiven Nutzer der App. Einer Untersuchung des US-Dienstleister Quettra aus dem April 2015 zufolge haben 22 der größten Social Apps nach 90 Tagen eine Average Retention Rate (durchschnittliche Rückkehrrate) von 34,7 Prozent. Beliebtere Plattformen wie Facebook (98,3 Prozent) und Instagram (48,4 Prozent) verzeichnen höhere Raten. Wendet man die durchschnittliche Quote auf die von Priori Data geschätzte Download-Zahl (ohne Amazon) an, hätte musical.ly 13,6 Millionen langfristig aktive Nutzer.

So funktioniert das Erstellen eines eigenen Musikvideos mit der Musically App

Aus Millionen Songs kann auf dem Smartphone der Lieblings-Song ausgewählt werden. Danach lässt sich ein Playback-Video erstellen. Effekte, wie Filter, Zeitraffer oder Zeitlupe ermöglichen eine einfache kreative Bearbeitung des Videos. Die Clips können, hinterlegt mit dem Lieblingssong, auf Instagram, Facebook, Twitter, Messenger, WhatsApp und Vine geteilt werden.

Die besten Clips bzw. „Musicals“ werden jeden Tag markiert, so kann man auf der Bestenliste von Musical.ly landen und zum „Star“, im Musical.ly Slang zum erfolgreichen „Muser“, zu werden.

Android-Downloads für Musically App steigen um 90 Prozent an

Zweifellos drängen zurzeit immer wieder neue Nutzer in die App; die Zahl der Downloads steigt. Besonders auf den günstigeren und somit bei Teenies mutmaßlich stärker verbreiteten Android-Geräten zeigt die Tendenz nach oben: Schätzungen von Priori Data ist die Zahl der Installationen auf iOS-Geräten in den vergangenen 30 Tagen um 63 Prozent gestiegen, auf Android-Geräten sind es gar knapp 94 Prozent.

Dass musical.ly offensichtlich gerade auf einer Erfolgswelle surft, wird auch beim Blick auf die App Store Rankings deutlich. In mehreren Ländern hat sich die App sowohl auf iOS als auch auf Android in die Top 20 vorgearbeitet, in Kategorien wie Photo und Video liegt musical.ly häufig im Bereich eines mittleren Top-10-Platzes.

Der Erfolg mag zunächst verwundern – schließlich ist „Lip Syncing“ kein ganz neues Phänomen. Auch wenn mutmaßlich durch „Lip Sync Battles“ von US-Late-Night-Talker Jimmy Fallon mit US-Promis wie Emma Stone (meistgesehenes Online-Video der Show), Ellen DeGeneres und Melissa McCarthy die Aufmerksamkeit und das Interesse an dem Thema gestiegen sind: Mit Dubsmash hat eine deutsche App das Thema im Mobile-Bereich schon erfolgreich für sich besetzen können. Hat musical.ly Dubsmash schon überholt?

Doch möglicherweise ist Musical.ly, das wie eine Mischung aus Vine, Dubsmash und Snapchat anmutet, in den ersten Monaten des laufenden Jahres an Dubsmash vorbeigezogen. Dies deutet zumindest eine Anfrage bei Google Trends an: Sowohl auf weltweiter Ebene, als auch in Deutschland wird bei Google seit Kurzem sowohl häufiger nach „musically“ als auch nach „musical.ly“ gesucht als nach „dubsmash“.

Netzwerk mit Wettbewerbern und eigenen Stars durch die Musically App

Schaut man sich die Charts von Musical.ly an, wird deutlich, dass die am meisten geteilten Musicals hohe Anzahl an „Herzen“, die Likes von Musical.ly, und Followern haben. Unter den erfolgreichsten deutschen Musern ist Lukas Rieger, der Gewinner der Casting-Show „The Voice of Kids“ 2014. Auch Youtuberin Nicole Sto und Joely White verfügen über relevante Reichweiten.

Der Erfolg der bekanntesten Muser hat scheinbar einfache Gründe: Es kommt nicht darauf an, ein perfektes Musikvideo wie die Vorbilder zu drehen, sondern vor allem authentisch, spontan und locker vor der Kamera zu reagieren. Beim Dreh wird Wert auf komische Grimassen, witzige Ideen, tolle Bewegungen und Spontaneinfälle gelegt.

Was unterscheidet musical.ly und welche Gründe könnte es haben, dass die App derzeit erfolgreicher ist als die Konkurrenz? Ganz oberflächlich sind es zunächst die Content-Arten: Während bei Dubsmash eher lustige Filmzitate im Mittelpunkt stehen, legt musical.ly schon durch den Namen den Fokus eher auf Musik (auch wenn sich ebenfalls Comedy-Filmchen auf der Plattform finden lassen). In den App Stores hat sich Dubsmash in der Kategorie „Entertainment“ einsortiert, musical.ly eher in den Themenbereichen Video und Foto.

Noch deutlicher wird der Unterschied, wenn man die beiden Apps und ihre Nutzungsoberfläche direkt miteinander vergleicht. Während bei Dubsmash die angemeldeten Nutzer mit einer Text-Seite begrüßt werden, auf der die derzeit beliebtesten Audio-Schnipsel aufgelistet sind, empfängt musical.ly die „muser“ direkt mit einem empfohlenen Video.

Likes und Fans bekommen – so funktioniert es mit der Musically App

Es gibt zahlreiche Tipps im Internet zum erfolgreichen Ausbau des eigenen Musical.ly-Accounts. Unter anderem wird geraten, so viele Videos wie möglich zu posten, immer wieder mit neuen Ideen zu überraschen und die Clips spontan zu drehen. Darüber hinaus kann an so genannten „Challenges“, also Wettkämpfen, teilgenommen werden. Hier geht es darum, zu einem bestimmten Thema einen Clip zu kreieren. Die Challenges sind mit Hashtags verbunden, die als Suchfunktion fungieren.

Privatmodus oder öffentliches Profil?

Profile in der App können auch auf „privat“ gestellt werden bzw. einfach nur zum selbstanschauen gespeichert werden. Bei letztere Version wählt derjenige, der das Video erstellt, selbst, wem er seinen Clip präsentieren möchte.

Im „Privatmodus“ sehen nur Leute, die dem Profil schon folgen bzw. die, die angenommen werden, welche Clips hochgeladen wurden. Da es aber wie in anderen sozialen Netzwerken auch bei Musical.ly vor allem um die Anzahl der Follower geht, raten leider immer wieder beliebte Muser, das Profil öffentlich zu machen und möglichst viel preiszugeben. Im öffentlichen Modus kann allerdings jeder Zuschauer das Video sehen, auch außerhalb der App, z.B. auf Instagram oder Facebook.

Wer sich ein wenig länger und tiefer mit beiden Apps beschäftigt, stellt bald fest: Während es bei Dubsmash mehr darum geht, Content zu erstellen und diesen über andere Plattformen wie SMS, WhatsApp, Instagram oder Facebook zu verbreiten (und Dubsmash deswegen hauptsächlich auf die Verknüpfung mit dem Adressbuch des Nutzers setzt), so will sich musical.ly (auch wenn die „musicals“ mit anderen Apps verschickt und gepostet werden können) offensichtlich als eigenständige Plattform mit einer eigenen Community etablieren.

Virale Entertainment-App gegen Social-Plattform

Dementsprechend bietet musical.ly auch eine breite Palette an Community Features: Für User wird automatisch ein öffentlich sichtbares Nutzerprofil eingerichtet (das sie, bei Bedarf, in den Einstellungen auch auf privat stellen können), sie können Follower gewinnen und Likes verteilen, Kommentare unter die „musicals“ anderer posten, anderen Nutzern Fragen stellen oder diese zu einem „Duett“ auffordern. Wir haben im Rahmen der Recherche für diesen Artikel zwei Profile eingerichtet und ohne etwas gepostet zu haben innerhalb weniger Sekunden Follower gewonnen – darunter auch offensichtliche Fake-Accounts („win an iPhone6“). Zudem gibt es Hashtags, über die die Nutzer andere Videos entdecken können.

„Was mir wirklich die Augen für das Potenzial von musical.ly geöffnet hat, war meiner Tochter dabei zuzuschauen, wie sie die App benutzt“, schreibt Musikindustrie-Experte Mark Mulligan in einem Eintrag seines Branchen-Blogs. „Innerhalb von Sekunden hat sie ihr erstes Video produziert, Freunde gefunden und Likes angehäuft.“ Ähnlich wie Instagram sei musical.ly ein „perfect fit“ für Tweens (Kinder zwischen zehn und 13 Jahren) und jungen Teenies. „Es spricht ihre sich entfaltende Persönlichkeit an, in einer Phase, in der sie ihre Identität erforschen und definieren, und in der sie Freundschaft und soziale Verbindungen kennenlernen“, so Mulligan.

Vorsicht Falle! Herzen und Fans mit Hack

Im Internet bieten derzeit einige Seiten Hacks an, die den Nutzern der App mehr Fans versprechen. Dahinter verbergen sich Betrüger und unseriöse Anbieter, deren Angebote Smartphones oder Tablets mit Trojanern oder Viren infizieren. Auch teure Abofallen, die der Nutzer nur schwer stornieren kann, können mit Download der Hack-Programme unfreiwillig abgeschlossen werden.

Was muss ich beachten?

Die App ist optimal an die Bedürfnisse Jugendlicher zwischen 10 und 13 Jahren angepasst, denn es spricht den sich entfaltenden Charakter der Jugendlichen und ihren Wunsch zur Selbstdarstellung an. Wichtig ist, dass Eltern sich mit der App und der Nutzung durch ihre Kinder vertraut machen und auf Privatsphäre, Datenschutz, Urheberrecht und ungeeignete Inhalte hinweisen.

Millionen von täglich aktiven Nutzern

Dass das Konzept von musical.ly offensichtlich erfolgreich ist, spiegelt sich auch im „Leaderboard“ der App wieder. Jeden Tag erstellt die App automatisiert eine Bestenliste aller Nutzer und zeigt auf dieser, wie viele „Herzen“ der jeweilige „muser“ am Vortag bekommen hat. Aktuell bekommen die vorderen Plätze mehrere Millionen Likes pro Tag. Am gestrigen Tag also müssen mindestens 100 Millionen Nutzer in der App aktiv gewesen sein – noch wahrscheinlicher ist eine Zahl im unteren dreistelligen Millionenbereich.

Das Leaderboard macht ebenfalls deutlich, dass neben Pionierin Baby Ariel bereits diverse weitere „muser“ auf der Plattform zu kleinen Stars geworden sind. Jacob Sartorius etwa, mit 4,63 Millionen Fans, Cameron Dallas mit 4,34 Millionen Fans und „Theylovearii“ (ebenfalls bei der Agentur Collab unter Vertrag) mit 3,62 Millionen Fans.

Auch Deutsche „Muser“ erreichen schon Hunderttausende

Auch einige Deutsche verzeichnen auf musical.ly schon sechsstellige Fanzahlen. Der erfolgreichste unter ihnen ist Lukas Rieger, Gewinner der Sat1-Casting-Show The Voice Kids im Jahr 2014, mit 732.000 Fans. Ebenfalls relevante Reichweiten haben die deutsche Youtuberin Nicole Sto (298.000 Fans) und Justin-Bieber-Lookalike Joely White (170.000 Fans) angehäuft.

Noch werden diese Reichweiten von den musical.ly-Betreibern augenscheinlich nicht werbevermarktet. Vermutlich legen Luyu Yang und Alex Jun Zhu, die beiden chinesischen Gründer des Betreiberunternehmens, in dieser Anfangsphase ihren Fokus auf die Akquisition von Nutzern (so wie es die Betreiber anderer großer Plattformen vor ihnen auch schon getan haben). Mit dabei unterstützt werden sie unter anderem von einem deutschen ehemaligen SAP-Manager: Alex Hofmann agiert als „President North America“.

Renommierter Investor steigt ein

Bei der Gewinnung neuer Nutzer dürfte die laut Crunchbase im August der vergangenen Jahres abschlossene Series-B-Funding-Runde im Umfang von 16,6 Millionen US-Dollar helfen. Lead-Investor war GGV Capital, ein im kalifornischen Menlo Park ansässiges VC-Unternehmen, dessen Team zu großen Teilen aus China stammt. GGV Capital ist nach eigenen Angaben unter anderem bei Hochkarätern wie Airbnb, Alibaba, Slack und Wish investiert.

Auch wenn musical.ly derzeit noch kein fertiges Konzept zum Geld verdienen in der Tasche zu haben scheint, haben die Macher schon erste Experimente mit Werbepartnern durchgeführt, die das Potenzial der Plattform als Marketinginstrument, beispielsweise für Viralkampagnen, andeuten. Für Activision, das Software-Haus hinter dem Spiel „Guitar Hero“, führten die musical.ly-Macher bereits 2015 eine Kampagne für das Spiel „Guitar Hero Live“ durch. Dafür wurden die musical.ly-Nutzer aufgerufen, ein Lip-Sync-Video zu Ed Sheerans Song „Sing“ zu drehen und mit einem entsprechenden Hashtag versehen zu posten. Mehr als 100.000 Videos, die innerhalb von zehn Tagen mehr als 300 Millionen Mal abgerufen worden seien, sollen nach Angaben von musical.ly auf diese Weise zustande gekommen sein. Aus den eingereichten Videos produzierte ein von Katy Perrys Musikvideos bekannter Regisseur schließlich ein Video, in dem auch Basketball-Stars Stephen Curry und Shaquille O’Neal beim „musen“ zu sehen sind.

Carmen Geiss nutzt die Musically-App

Dass musical.ly auch neue Möglichkeiten für Product Placement, Influencer Marketing oder sogar eines von Influencern gebrandete Produkte bietet, zeigt das Beispiel der Lippenstiftlinie von Baby Ariel. Am naheliegendsten ist sicherlich die Verwendung für Musikmarketing: R&B-Sänger Jason Derulo beispielsweise ist auf musical.ly mit einem eigenen Profil unterwegs und lädt die Nutzer über Push-Nachrichten (wohl im Rahmen einer bezahlten Kampagne) zu einem „Duett“ zu seinem neuesten Song mit ihm ein (diesem Aufruf ist übrigens obskurerweise schon Carmen Geiss gefolgt).

Eine von musical.ly selbst durchgeführte Gewinnspielaktion zeigt, wie leicht und günstig sich über die Plattform Reichweiten erzielen lassen. So können Fans derzeit zwei Tickets für ein Konzert der aktuellen Rihanna-Tour gewinnen, wenn sie zum Song „Work“ ein Video drehen und es mit dem Hashtag „#workchallenge“ versehen. Innerhalb von einem guten Monat sind 280.000 dieser Kurzvideos gepostet worden. Geht man davon aus, dass jedes dieser Videos durchschnittlich nur fünf Mal angesehen wurde, sind auf diese Weise 1,4 Millionen Werbekontakte entstanden. Bedenkt man, dass der Wert der beiden Tickets geschätzte 140 Euro betragen dürfte, läge in diesem Fall der TKP bei zehn Euro-Cent.

Jugend- und Datenschutz beachten bei der Musically App

Teilnehmer benötigen einen Facebook- oder Twitter-Account bzw. eine E-Mail-Adresse und müssen mindestens 13 Jahre als sein – das Alter wird jedoch nicht geprüft.

Gerade viele Kinder und Jugendliche geben viel von sich preis, um interessant für Zuschauer zu sein und somit mehr Likes und Fans zu bekommen. Die Musikvideos sind öffentlich zugänglich, die Minderjährigen gehen häufig unbedacht mit ihren Kontaktdaten um, veröffentlichen im Chat oder in ihren Profilen persönliche Daten wie Messenger-IDs, um sich beliebter zu machen.

Sicherheitsregeln vereinbaren mit der Musically App

Wichtig ist, dass Eltern mit ihrem Kind Regeln vereinbaren, damit es Apps verantwortungsbewusst nutzt und ihm signalisieren, dass es sich bei Problemen jederzeit an sie wenden kann. Für Jugendliche gilt es genau zu überlegen, welche Inhalte veröffentlicht werden sollten und auf welche generell verzichtet werden kann, da diese ihnen hinterher unangenehm sein könnten. Zudem sind die Privatsphäreeinstellungen genau zu beachten. Hier können Nutzer einstellen, dass sie ihre Musikvideos nur mit Freunden teilen und auch nur von diesen Clips erhalten möchten.

Nur eine Modeerscheinung, oder langfristiges Potenzial der Musically App?

Die größte Frage, die die musical.ly-Macher langfristig werden beantworten müssen, dürfte sein: Ist die App nur ein kurzfristiger Gag, der sich schnell abnutzt, weswegen die Nutzer irgendwann nicht mehr in die App zurückkehren – so, wie es möglicherweise Dubsmash gerade droht – oder kann sie sich langfristig halten?

Immerhin: Die Retention Rate von musical.ly dürfte mutmaßlich höher sein als die einer Durchschnitts-App: Die geschilderten Community Features sollten für eine höhere Rückkehrrate als bei durchschnittlichen Gimmick-Apps sorgen. Funktionen wie das Leaderboard dürften den Ehrgeiz zumindest eines Teils der Nutzer anspornen und Challenges wie die rund um den Rihanna-Song reizen spielerisch zur Teilnahme und erhöhen das Engagement.

Das Unternehmen dreht zurzeit an mehreren Stellschrauben, um für mehr Wachstum zu sorgen. Auf der „Graswurzel“-Ebene hat musical.ly bekannte „muser“ als „Reps“ (Representatives, „Markenbotschafter) verpflichtet, und führt lokale Treffen durch. Außerdem haben die App-Betreiber schon mehrere prominente Musiker als Nutzer verpflichten können – außer Jason Derulo waren beispielsweise bereits Flo Rida und Sia mit eigenen Challenges auf musical.ly aktiv. Für den Konkurrenten Dubsmash waren Videos von Promis ein großer Wachstumshebel.

Messaging-Funktion steht offenbar in den Startlöchern mit der Musically App

Wenn es den Machern gelingt, musical.ly zudem als Messaging- und Chat-App zu etablieren, könnte dies die Plattform auf ein neues Level heben. Einen entsprechenden Schritt kündigte das Unternehmen bereits auf Instagram an: Unter dem Namen direct.ly soll musical.ly eine direkte Chat-Funktion bieten. Wenn diese Funktion von den Nutzern angenommen wird, könnte dies die Nutzung der App noch einmal deutlich steigern: Einer Studie des Mobile-Analytics-Dienstleisters Flurry zufolge liegt die Retention Rate von Messaging Apps nach zwölf Monaten durchschnittlich bei 62 Prozent, die von anderen Apps bei elf Prozent.

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